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Wachhalten der Erinnerung – nicht nur zum 9. November

Kultur und Medien
08. November 2018

Kein Tag symbolisiert die wechselhafte Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert wie der 9. November. Wie im Brennglas bündeln sich die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918, die Reichspogromnacht 1938 und die friedliche Revolution 1989. Die Erinnerung daran halten wir wach.

„Freude und Leid liegen am 9. November nah beieinander. 1918 rief der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann die erste deutsche Republik aus. Nur 20 Jahre später brannten die Nationalsozialisten Synagogen nieder und verschleppten tausende Juden in Konzentrationslager. Dies zeigt, wie schnell Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte abgeschafft werden können.

Mit einem Programm „Jugend erinnert“ wollen wir junge Menschen ermutigen, sich kritisch mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und für die Zukunft wachsam zu sein – auch im Austausch mit Jugendlichen anderer Länder. Das Auswärtige Amt wurde vom Bundestag in diesem Jahr bereits mit 4,5 Mio. Euro ausgestattet, um das Programm auf den Weg zu bringen. Ein weiterer Programmteil in der Verantwortung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien wird folgen.

Mit der friedlichen Revolution 1989 endete auch die zweite Diktatur auf deutschem Boden. Mit dem Freiheits- und Einheitsdenkmal soll in Berlin an den Mut der Bürgerinnen und Bürger erinnert werden, sich gegen ein menschenverachtendes System aufzulehnen. Es zeigt, wie hart erkämpft die Demokratie ist – und wichtig, sie zu bewahren.


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Mit der 1. Lesung des Gesetzentwurfs zur Errichtung einer “#Stiftung Orte der deutschen #Demokratiegeschichte” leistet der Deutsche Bundestag einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Diese Stiftung und das dazugehörige Rahmenkonzept haben die Aufgabe der finanziellen Förderung, der Beratung und Unterstützung bestehender und noch aufzubauender Erinnerungsorte und bundesweit agierender Netzwerke, ebenso wie die Kooperation mit thematisch einschlägigen nationalen, europäischen und internationalen Organisationen und Einrichtungen.
Glücklicherweise dürfen wir in unserem Land in Frieden und Freiheit leben, auf einen funktionierenden Rechtsstaat vertrauen, einen erheblichen Wohlstand genießen und sind Teil eines vereinten Europa. Das verdanken wir unserer Demokratie!
Unsere Demokratie ist gefestigt und dennoch zerbrechlich und muss immer verteidigt werden. Sie ist keine Selbstverständlichkeit! Sie war es nie – und sie darf auch nie zu einer Selbstverständlichkeit werden.
Unsere Demokratiegeschichte ist wechselvoll. Immer wurde hart für einen demokratischen Staat gerungen und gekämpft. Es gab Versuche, neue Anläufe, aber auch große Rückschläge. Und all diese Versuche müssen uns heute Vorbild, Beispiel und Auftrag sein!
Es gibt viele Orte in unserem Land, die nicht nur Ereignisorte sein sollten, sondern zu Lernorten der Demokratie werden müssen, wie etwa das Hambacher Schloss, der Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain, die Frankfurter Paulskirche, die Erinnerungsstätte Rastatt, das Weimarer Nationaltheater, Herrenchiemsee, die Nikolaikirche in Leipzig und viele weitere mehr.
Ziel des Gesetzes ist es nun, mit der Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ der Erinnerung an die wechselvolle Geschichte der Demokratie in Deutschland Sichtbarkeit zu verleihen, Verständnis für Ursachen und Wirkungen zu wecken, das Wertefundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung anschaulich und breitenwirksam zu vermitteln und den Wert eines demokratisch verfassten Gemeinwesens noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.
Damit ist heute ein guter und wichtiger Tag für die Demokratie in Deutschland!


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