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Nachrichten

Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand erinnert mit Sophie Scholl an eine der bekanntesten Widerstandskämpferinnen (© Gedenkstätte Deutscher Widerstand).

Am 20. Juli gedenkt Deutschland an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. An diesem Tag scheiterte vor 75 Jahren das Attentat um Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler. MdB Marianne Schieder weiß, dass der Widerstand gegen den Nationalsozialismus jedoch keinesfalls auf einige Offiziere und Generäle beschränkt war, sondern auch von vielen Frauen getragen wurde.

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Für die SPD-Bundestagsfraktion ist die Sicherung einer guten medizinischen Versorgung auf dem Land ein wichtiges Anliegen. Auf ihre Initiative hin werden jährlich ab 2020 rund 48 Millionen Euro an Krankenhäuser in ländlichen Regionen ausgeschüttet. Die Mittel verteilen sich auf 120 Kliniken, die je 400.000 Euro erhalten. Die Liste der geförderten Krankenhäuser wurde jetzt veröffentlicht und wird jährlich aktualisiert. Darunter sind auch die Asklepios Klinik Oberviechtach und die Krankenhäuser Cham und Roding.

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Der Stiftungsrat der Bayerischen Landesstiftung hat in seiner heutigen Sitzung (10.07.2019) zahlreiche Zuschussanträge entschieden. Die Bundestagabgeordnete Marianne Schieder und die Landtagsabgeordnete Annette Karl freuen sich, dass auch wieder Maßnahmen in den Landkreisen Schwandorf und Cham mit Zuschüssen bedacht werden, denn die Zuschüsse und Fördergelder der Bayerischen Landesstiftung sind wertvolle Hilfen zur Durchführung baulicher Maßnahmen an Denkmälern und historischen Gebäuden.

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Termine

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Die aktuellste Rede im Bundestag

Rede am Freitag, den 28.06.2019, zu TOP 33: 1. Lesung und Sofortabstimmung des Antrages der Fraktionen CDU/CSU und SPD „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus würdigen“

Lieber Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Es wurde schon darauf hingewiesen: Es ist nicht mehr lange hin bis zum 20. Juli, dem Tag, an dem wir an das Attentat auf Adolf Hitler vor 75 Jahren erinnern. Gedenk- und Jahrestage laden uns ein, innezuhalten und den Blick auf die Vergangenheit zu richten, um aus dieser Vergangenheit für die Gegenwart und für die Zukunft zu lernen. Dieses Ereignis ist zweifelsohne ein Symbol dafür, dass es in Deutschland nicht nur Anhänger des Nationalsozialismus gab, sondern auch einen sehr mutigen Widerstand.

(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der LINKEN)

Diesen mutigen Widerstand in seiner weltanschaulichen Breite und sozialen Vielfalt gab es überall, in allen gesellschaftlichen Schichten und unter allen weltanschaulichen Positionen.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD)

Diesen Widerstand wollen wir würdigen.

(Beifall bei der SPD sowie der Abg. Elisabeth Motschmann (CDU/CSU))

Wir wollen heute – darüber freue ich mich wirklich – ganz besonders darstellen, dass es eben nicht nur Männer waren, die diesen Widerstand getragen haben, sondern dass er auch ganz maßgeblich von Frauen gestützt wurde. Leider kam und kommt diese Tatsache oft zu kurz, wenn sie überhaupt Berücksichtigung fand oder heute noch findet. Denn obwohl man eigentlich wusste, dass es Frauen gab, die im Widerstand aktiv waren und darin oft auch eine zentrale Rolle einnahmen, und man gleich nach dem Zweiten Weltkrieg Literatur dazu hatte, hat die Forschung erst in den 80er-Jahren das Thema „Die Rolle der Frauen im Widerstand“ überhaupt thematisiert.

Lange Zeit – so ist es vielleicht in vielen Bereichen heute noch so – war die Erforschung des Widerstands getragen von Männern, mit dem Blick von Männern auf Männer natürlich. Die weibliche Seite wurde marginalisiert. Widerstandshandlungen, Widerstandsmotivationen und -konsequenzen von und für Frauen wurden dabei ausgeblendet. Selbstverständlich kann der Widerstand von Frauen nicht losgelöst von dem der Männer betrachtet werden. Aber die Frauen als reines Anhängsel der Männer zu bezeichnen, ist doch eine Unverschämtheit

(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

und zeugt von einer Geisteshaltung, von der ich dachte, dass man nicht einmal an einem bayerischen Stammtisch sich so etwas zu sagen traut. Nicht einmal mein Vater würde sich das heute zu sagen trauen. Er lebt nicht mehr; aber er hätte es sich nicht zu sagen getraut, auch wenn er schon über 80 wäre. Aber jetzt sagt man das im Deutschen Bundestag. Das ist unglaublich und ungeheuerlich.

(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Stefan Müller (Erlangen) (CDU/CSU): Sie haben es ihm beigebracht!)

Ich wiederhole den mutigen Satz aus dem Antrag. Da heißt es nämlich:

Es ist Zeit für eine Perspektive, die inklusiv, differenziert, feministisch und genderkritisch mit dem Themenkomplex Frauen im Widerstand umgeht.

Denn es waren Frauen – ich sage es noch einmal – aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, die sich dem nationalsozialistischen Terror widersetzt haben, die unter Einsatz ihres Lebens Verfolgten geholfen haben, die aber gleichzeitig politisch aktiv waren, die die Rolle von Männern eingenommen haben, die verhaftet worden sind oder in Konzentrationslager verbracht wurden und die Faschismus und Kriegstreiberei angeprangert haben.

Alle kennen Sophie Scholl. Aber über Sophie Scholl hinaus gibt es noch eine Reihe von Frauen.

(Elisabeth Motschmann (CDU/CSU): Viele!)

Wir haben versucht, von all denen, von denen wir sie wussten, die Namen im Antrag zu nennen. Meine Redezeit reicht nicht aus, all diese Namen zu wiederholen. Aber ich bitte Sie herzlich, auch wenn Sie Anträge sonst nur überfliegen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Lesen Sie diesen Antrag wirklich Zeile für Zeile! Denn auf vier Seiten wird das Engagement von vielen Frauen beschrieben, von denen wir wissen. Aber wir wollen ja mit diesem Antrag dafür sorgen, dass auch noch die anderen genannt werden können und auch deren Leistung ans Tageslicht gebracht wird.

(Beifall bei der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der LINKEN)

Wir wollen die Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit der Erforschung des Widerstands der Frauen im Nationalsozialismus beauftragen. Die Ergebnisse sollen in einer Ausstellung aufgearbeitet und auch digital gezeigt werden, um sie für eine breite Öffentlichkeit und auch die Wissenschaft zugänglich und nutzbar zu machen. Wir wollen aber auch, dass die pädagogische Arbeit, die Gedenkstättenarbeit in den ehemaligen Frauenkonzentrationslagern wie Moringen, Lichtenburg und Ravensbrück gefördert und weitergetragen wird. Zum 80. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler soll es Sonderbriefmarken geben, die den Beitrag von Frauen am Widerstand aufzeigen sollen.

(Beifall der Abg. Ulli Nissen (SPD))

Noch eine ganze Reihe von weiteren Maßnahmen wollen wir ergreifen, um diesen wirklich mutigen Widerstand von Frauen aufzuzeigen und die Schicksale von Frauen und ihre Arbeit deutlich zu machen.

Ich will mit dem Zitat einer Frau enden, die ebenfalls im Antrag genannt wird, und zwar Gertrud Luckner, die als Christin über die Caritas verschiedene Hilfsaktionen plante und durchführte. Sie mahnt uns:

Geschichte ist doch eigentlich die Lehrmeisterin. Können wir nicht gerade aus dieser Geschichte sehr viel lernen? Vergessen darf man nicht, das ist nicht möglich, dann käme es vielleicht wieder vor.

Wir wollen die Grausamkeiten und die Gräueltaten der Nationalsozialisten nicht vergessen. Wir wollen die Orte des Erinnerns und der Aufarbeitung stärken.

Und ich sage noch einmal: Es ist an der Zeit, hier die Rolle der Frauen hervorzuheben. Insgesamt, glaube ich, können wir auch an den Reden, die heute in diesem Haus – ich komme noch einmal darauf zurück – gehalten werden, erkennen, dass wir alles daransetzen müssen, dass dieses Thema nicht untergeht und in seiner Breite und Vielfalt immer wieder auf die Tagesordnung kommt, auch wenn es manchen in diesem Haus nicht passt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

03. Juli 2019

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