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Ohne Archive keine Erinnerung

Kultur und Medien
01. März 2018

Zum 9. Mal findet der Tag der Archive am 3. und 4. März statt. Deutschlandweit öffnen Archive ihre Magazine, bieten Ausstellungen und laden zu Diskussionen unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“. Um die wichtige Aufgabe der Archive noch besser zu unterstützen, setzt sich die SPD-Bundestagsfraktion für die Ausweitung von Anbietungspflichten ein, bevor Informationen endgültig vernichtet werden.

„Wer nach seinen Ahnen forschen oder historische Entwicklungen analysieren will, ist auf Unterlagen angewiesen, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte alt sein können. Archive bewahren diese Schriftstücke auf, systematisieren und schützen sie vor dem Verfall. Damit leisten sie nicht nur einen wertvollen Beitrag, um die Erinnerung wachzuhalten, sondern setzen Informationen in einen historischen Kontext und machen gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehbar.

Damit keine Unterlagen von Behörden verloren gehen, will die SPD-Bundestagsfraktion Anbietungspflichten in Bundesgesetzen ausweiten. Dies bedeutet, dass öffentliche Institutionen verpflichtet sind, dem Bundesarchiv Dokumente zur Aufbewahrung anzubieten, bevor sie diese endgültig löschen. In sensiblen Bereichen soll dies in anonymisierter Form geschehen.

Deutschlandweit gibt es zahlreiche Archive bei Parlamenten, Kirchen, Parteien, Städten und Gemeinden, die am 3. und 4. März ihre Pforten unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrechte“ für Interessierte öffnen. Mit Ausstellungen zu Willy Brandt oder der internationalen Arbeiterbewegung macht beispielsweise die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn bereits am 2. März die 150-jährige Geschichte der deutschen Sozialdemokratie erlebbar.“


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Mit der 1. Lesung des Gesetzentwurfs zur Errichtung einer “#Stiftung Orte der deutschen #Demokratiegeschichte” leistet der Deutsche Bundestag einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Diese Stiftung und das dazugehörige Rahmenkonzept haben die Aufgabe der finanziellen Förderung, der Beratung und Unterstützung bestehender und noch aufzubauender Erinnerungsorte und bundesweit agierender Netzwerke, ebenso wie die Kooperation mit thematisch einschlägigen nationalen, europäischen und internationalen Organisationen und Einrichtungen.
Glücklicherweise dürfen wir in unserem Land in Frieden und Freiheit leben, auf einen funktionierenden Rechtsstaat vertrauen, einen erheblichen Wohlstand genießen und sind Teil eines vereinten Europa. Das verdanken wir unserer Demokratie!
Unsere Demokratie ist gefestigt und dennoch zerbrechlich und muss immer verteidigt werden. Sie ist keine Selbstverständlichkeit! Sie war es nie – und sie darf auch nie zu einer Selbstverständlichkeit werden.
Unsere Demokratiegeschichte ist wechselvoll. Immer wurde hart für einen demokratischen Staat gerungen und gekämpft. Es gab Versuche, neue Anläufe, aber auch große Rückschläge. Und all diese Versuche müssen uns heute Vorbild, Beispiel und Auftrag sein!
Es gibt viele Orte in unserem Land, die nicht nur Ereignisorte sein sollten, sondern zu Lernorten der Demokratie werden müssen, wie etwa das Hambacher Schloss, der Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain, die Frankfurter Paulskirche, die Erinnerungsstätte Rastatt, das Weimarer Nationaltheater, Herrenchiemsee, die Nikolaikirche in Leipzig und viele weitere mehr.
Ziel des Gesetzes ist es nun, mit der Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ der Erinnerung an die wechselvolle Geschichte der Demokratie in Deutschland Sichtbarkeit zu verleihen, Verständnis für Ursachen und Wirkungen zu wecken, das Wertefundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung anschaulich und breitenwirksam zu vermitteln und den Wert eines demokratisch verfassten Gemeinwesens noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.
Damit ist heute ein guter und wichtiger Tag für die Demokratie in Deutschland!


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