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MdB Marianne Schieder ordentliches Mitglied im Kuratorium der Stiftung “Denkmal für die ermordeten Juden Europas”

Gremien, Kultur und Medien
08. November 2018
Raum der Familien im Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, Foto: Marko Priske

Raum der Familien im Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, Foto: Marko Priske

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder wurde mit heutiger Abstimmung im Deutschen Bundestag als ordentliches Mitglied in das Kuratorium der Stiftung “Denkmal für die ermordeten Juden Europas” gewählt. Seit März gehört sie bereits dem Stiftungsrat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ an.

„Die ehrenamtliche Mitarbeit in den beiden Gremien ist mir ein besonderes Anliegen und ich habe mich sehr über die Vorschläge meiner Fraktion und die Wahlen gefreut. Seit mehreren Jahren ist viel von Bewältigung und Nichtbewältigung der Vergangenheit die Rede. Erinnern endet aber nicht und ist Bekenntnis zur eigenen Geschichte. Dies gilt umso mehr in einer Zeit, in der Rechtsradikalismus und Populismus auch in unserem Land wieder Sitz und Stimme in Parlamenten und insbesondere im Bundestag gewonnen haben. Es darf und es wird in unserem Land keine 180-Grad-Wende in der Erinnerungspolitik geben! Dafür möchte ich mich als überzeugte und leidenschaftliche Demokratin intensiv einsetzen“, betont MdB Marianne Schieder.

Das Thema Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert müsse mehr im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert werden und mehr Raum in unserer Erinnerungskultur bekommen, alles im historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges und im Geiste von Versöhnung und Verständigung. „Wir brauchen die dauerhafte Erinnerung an das individuelle Leid der Opfer und an das schwere Schicksal ganzer Volksgruppen“, unterstreicht die Abgeordnete. Und weiter: „Flucht und Vertreibung haben leider nicht an Aktualität verloren. Weltweit müssen auch heute Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, vor Verfolgung, Krieg und Zerstörung fliehen“.

Ein anderer Schwerpunkt ihrer neuen Aufgaben werde die Weiterentwicklung der Erinnerungspolitik an alle Opfer des Nationalsozialismus sein. Im Hinblick auf den Verlust der Zeitzeugengeneration müssten neue Wege beschritten werden. „Wir brauchen eine zeitgemäße Erinnerungskultur, die sich viel stärker an den Bedürfnissen und Mediengewohnheiten der jüngeren Generation orientiert“, verdeutlicht MdB Marianne Schieder. Eine wichtige Voraussetzung sei ein profundes Wissen über den Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg, Flucht und Vertreibung und den Holocaust. Hier komme Schulen und Gedenkstätten eine Schlüsselposition zu.

Hintergrundinformation:

Stiftungsrat der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ Der Stiftungsrat bestimmt die Grundzüge des Programms und entscheidet über alle grundsätzlichen Angelegenheiten. Er besteht aus 21 Mitgliedern, von denen 19 vom Bundestag gewählt werden. Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum und der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sind kraft Amtes Mitglieder.

Kuratorium der Stiftung “Denkmal für die ermordeten Juden Europas”

Das Kuratorium beschließt über alle grundsätzlichen Fragen, die zum Aufgabenbereich der Stiftung gehören. Es bestellt den Direktor und den Beirat. Alle Fraktionen des Deutschen Bundestages, die Bundesregierung, das Land Berlin, der Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e. V., der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Jüdische Gemeinde zu Berlin, das Jüdische Museum Berlin, die Stiftung Topographie des Terrors und die Arbeitsgemeinschaft der KZ-Gedenkstätten in Deutschland entsenden ihre Vertreterinnen und Vertreter.


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