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9. NOVEMBER IST APPELL UND AUFTRAG

Kultur und Medien
09. November 2020

Berlin, 08.05.2019

PRESSEMITTEILUNG VOM 09.11.2020

Wie kein anderer Tag in der deutschen Geschichte mahnt der 9. November zum Eintreten für Demokratie und zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte

Die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann 1918, der gescheiterte Hitler-Putsch 1923, die Reichspogromnacht 1938 und der Fall der Berliner Mauer 1989: Der 9. November steht wie kein anderer Tag für die wechselhafte Geschichte in Deutschland.

MdB Marianne Schieder betont: „Dieser Tag zeigt uns mit Blick auf das Jahr 1989 einerseits, wie Menschen Grenzen überwinden und damit Diktaturen beenden können. Dieser Tag symbolisiert einen Aufbruch, weil 1918 die Monarchie überwunden und Demokratie geschaffen wurde. Dieser Tag führt aber auch andererseits schmerzlich vor Augen, welchen Herausforderungen und Angriffen die Demokratie ausgesetzt ist. Deshalb ist er Appell und Auftrag: Wir müssen heute – in einer Zeit, in der jüdisches Leben wieder zum Angriffsziel wird – mehr denn je für unsere Demokratie einstehen und sie immer und überall verteidigen. Wir müssen streiten für eine lebendige Debatte, für Frieden und Vielfalt in unserem Land.“

Wichtig sei die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte, damit nie vergessen werde, welche Gräueltaten von uns Deutschen ausgegangen sind und wie vielen Menschen unfassbares Leid angetan wurde.

„Ich freue mich sehr, dass der Deutsche Bundestag Anfang Oktober eine gemeinsame Dokumentations-, Bildungs- und Erinnerungsstätte, die sich mit der Geschichte und Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft im Osten und Südosten Europas auseinandersetzt, beschlossen hat“, so die Abgeordnete.

Die Bundesregierung werde bis 31.12.2020 einen Realisierungsvorschlag zur Errichtung einer solchen Einrichtung, sowie einen Zeit- und Maßnahmenplan vorlegen und kontinuierlich über den Arbeitsstand berichten.

„Damit wird eine große Lücke in der deutschen Erinnerungskultur endlich geschlossen“, unterstreicht MdB Marianne Schieder.


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Mit der 1. Lesung des Gesetzentwurfs zur Errichtung einer “#Stiftung Orte der deutschen #Demokratiegeschichte” leistet der Deutsche Bundestag einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie. Diese Stiftung und das dazugehörige Rahmenkonzept haben die Aufgabe der finanziellen Förderung, der Beratung und Unterstützung bestehender und noch aufzubauender Erinnerungsorte und bundesweit agierender Netzwerke, ebenso wie die Kooperation mit thematisch einschlägigen nationalen, europäischen und internationalen Organisationen und Einrichtungen.
Glücklicherweise dürfen wir in unserem Land in Frieden und Freiheit leben, auf einen funktionierenden Rechtsstaat vertrauen, einen erheblichen Wohlstand genießen und sind Teil eines vereinten Europa. Das verdanken wir unserer Demokratie!
Unsere Demokratie ist gefestigt und dennoch zerbrechlich und muss immer verteidigt werden. Sie ist keine Selbstverständlichkeit! Sie war es nie – und sie darf auch nie zu einer Selbstverständlichkeit werden.
Unsere Demokratiegeschichte ist wechselvoll. Immer wurde hart für einen demokratischen Staat gerungen und gekämpft. Es gab Versuche, neue Anläufe, aber auch große Rückschläge. Und all diese Versuche müssen uns heute Vorbild, Beispiel und Auftrag sein!
Es gibt viele Orte in unserem Land, die nicht nur Ereignisorte sein sollten, sondern zu Lernorten der Demokratie werden müssen, wie etwa das Hambacher Schloss, der Friedhof der Märzgefallenen in Friedrichshain, die Frankfurter Paulskirche, die Erinnerungsstätte Rastatt, das Weimarer Nationaltheater, Herrenchiemsee, die Nikolaikirche in Leipzig und viele weitere mehr.
Ziel des Gesetzes ist es nun, mit der Errichtung einer „Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte“ der Erinnerung an die wechselvolle Geschichte der Demokratie in Deutschland Sichtbarkeit zu verleihen, Verständnis für Ursachen und Wirkungen zu wecken, das Wertefundament der freiheitlichen demokratischen Grundordnung anschaulich und breitenwirksam zu vermitteln und den Wert eines demokratisch verfassten Gemeinwesens noch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern.
Damit ist heute ein guter und wichtiger Tag für die Demokratie in Deutschland!


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